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31.03.2015

München verabschiedet sich von Helmut Dietl


Ein außergewöhnlicher Regisseur und Meister der Satire ist von uns gegangen: Am vergangenen Montag ist Helmut Dietl in München im engsten Familienkreis im Alter von 70 Jahren verstorben. Mit seinem Werk hat er München ein Denkmal gesetzt.

Helmut Dietl hinterlässt ein Lebenswerk, das deutsche Fernsehgeschichte geschrieben hat und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Zuletzt erhielt er 2014 den Deutschen Filmpreis, sowie einen Bambi für sein Lebenswerk. Es war der letzte große öffentliche Auftritt.

Mit seiner zehnteiligen Fernsehserie „Monaco Franze“  rund um den gleichnamigen ewigen Stenz und dem sechsteiligen TV-Kult „Kir Royal“ um den Klatschreporter Baby Schimmerlos feierte Helmut Dietl in den 80er Jahren Erfolge und prägte das Bild Münchens nachhaltig. „Ein bisserl was geht immer“ oder „Isch scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld“ sind Sätze für die Ewigkeit. 

In seinem Genie-Streich „Schtonk!“ aus dem Jahr 1992 persifliert Helmut Dietl die Pleite über die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher im Stern. Sein Film wurde damals nicht nur zum Kassenschlager, sondern war auch in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ für den OSCAR® nominiert.

Kaum jemand in Deutschland verstand es besser, die menschliche Komödie mit so viel Stil, Ironie und Bissigkeit zu inszenieren. München verabschiedet sich von seinem ewigen Stenz. In Erinnerung an Helmut Dietl, einen außergewöhnlichen Menschen, Regisseur und Drehbuchautor. Niemand wird ihn ersetzen können.

Dietl_News_szene_1 Helmut Dietl bei Dreharbeiten zu "Kir Royal" mit Senta Berger und Franz Xaver Kroetz (© WDR/Balance Film)

Dietl_News_szene_2 Helmut Dietl bei Dreharbeiten zu "Kir Royal" mit Curt Bois (© WDR/Balance Film)

Dietl_News_szene_3 "Monaco Franze" mit Ruth-Maria Kubitschek und Helmut Fischer

Dietl_News_szene_4 "Schtonk" Uwe Ochsenknecht als Tagebuchfälscher Dr. Knobel